Kinder sitzen gemeinsam an einem Tisch und entdecken Inhalte auf einem Tablet.

KI-Kompetenz von Anfang an

Mit Fröbel-Kindern spielerisch Künstliche Intelligenz verstehen

Die Welt von morgen gestalten

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend. Künstliche Intelligenz (KI) wird den Alltag der heutigen Kinder selbstverständlich begleiten – in der Schule, im Beruf und im privaten Leben. Bei Fröbel sehen wir es daher als unseren Bildungsauftrag, Kinder bereits im Vorschulalter nicht nur an digitale Werkzeuge heranzuführen, sondern ihnen grundlegende Kompetenzen für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI zu vermitteln.

Portraitfoto von Dr. Pia Maria Engelhardt, Geschäftsleiterin Region Bonn-Erft
Dr. Pia Maria Engelhardt, Geschäftsleiterin Region Bonn-Erft

Fröbel vermittelt mit KI-ENNA nicht das Vertrauen in Künstliche Intelligenz, sondern das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Künstliche Intelligenz zu verstehen und kritisch zu beurteilen.

KI-ENNA-MINI: Verstehen statt nur nutzen

Maskottchen der KI-ENNA-MINI-Anwendung: Eine freundlich lächelnde, lilafarbene Comicfigur mit verzweigten Ausläufern am Kopf, die den Zeigefinger hebt und ein T-Shirt mit der Aufschrift „ENNA“ trägt.
Das Bild zeigt das Maskottchen der KI-ENNA-MINI-Anwendung.

Im Mittelpunkt unseres Projekts in den Bonner Fröbel-Kindergärten steht die speziell für den frühpädagogischen Bereich entwickelte Version KI-ENNA-MINI. Dieses innovative Bildungsprojekt wurde von Prof. Dr. habil. Dennis Klinkhammer (Social Data Science, Machine Learning, Deep Learning) ins Leben gerufen. Es entstand auf Anregung von Pia Maria Engelhardt, nachdem der Gründer von KI-ENNA, Professor Dr. Dennis Klinkhammer, die erfolgreiche Grundschulversion bereits an rund 100 Bonner Grundschulen in Kooperation mit dem MathZe (Mathematikzentrum Bonn) erfolgreich implementiert hat.

Unser Ziel ist es nicht, Kinder möglichst früh mit komplexen KI-Anwendungen arbeiten zu lassen. Vielmehr möchten wir ein altersgerechtes Verständnis dafür schaffen:

  • wie KI arbeitet,
  • warum KI hilfreiche Ergebnisse liefern kann,
  • warum KI dennoch Fehler macht,
  • weshalb Menschen Ergebnisse kritisch hinterfragen müssen,
  • und warum verantwortungsvolles Handeln wichtiger ist als blinde Technikbegeisterung.

Wie lernen Kinder mit KI?

Anstatt fertige Antworten einer KI lediglich zu konsumieren, trainieren die Kinder unter pädagogischer Anleitung ihr eigenes kleines neuronales Netzwerk. Sie entscheiden gemeinsam:

  • welche Beispiele zum Lernen geeignet sind,
  • welche Daten verwendet werden,
  • wie viele Trainingsdurchläufe durchgeführt werden.

Anschließend beobachten sie, wie sich die Qualität ihres Modells verändert. Die Kinder erleben dadurch unmittelbar, dass eine KI nicht „weiß“, sondern aus Beispielen lernt. Ebenso erfahren sie, dass schlechte oder unvollständige Daten zu fehlerhaften Ergebnissen führen können. Die zentrale Erkenntnis dabei ist, wie Pia Maria Engelhardt betont: 

„Nicht die KI entscheidet über Qualität, sondern der Mensch, der sie entwickelt, trainiert und bewertet.“

Diese spielerische Herangehensweise fördert bereits im Kindergarten ein altersgerechtes Verständnis für Datenqualität, Lernen durch Beispiele sowie die Bedeutung menschlicher Verantwortung.

Was lernen Kinder dabei?

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit ist es, Fehler im Umgang mit KI und Fehler der KI selbst ausdrücklich sichtbar zu machen. Die Kinder vergleichen Vorhersagen ihres neuronalen Netzes mit den tatsächlichen Ergebnissen und lernen, dass auch eine gut trainierte KI nicht immer richtig entscheidet. Diese Erfahrung ist pädagogisch besonders wertvoll, da Kinder dadurch früh eine gesunde Skepsis gegenüber technischen Systemen entwickeln. Sie lernen:

  • Ergebnisse zu überprüfen,
  • unterschiedliche Lösungen zu diskutieren,
  • eigene Vermutungen aufzustellen,
  • und KI nicht als unfehlbare Autorität zu betrachten.

Damit fördern wir bereits im frühen Kindesalter Grundlagen kritischen Denkens und Medienkompetenz, die auch im Umgang mit sozialen Medien Orientierung geben können.

Müssen Kinder dafür am Computer sitzen?

Nein. Unser Projekt ist ein pädagogisches Bildungsangebot. Digitale Elemente werden nur gezielt eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen Gespräche, gemeinsames Ausprobieren, Beobachten, Vergleichen und Entdecken. Die Kinder arbeiten dabei stets gemeinsam mit unseren pädagogischen Fachkräften.

Pädagogische Fachkraft begleitet ein Kind bei der Nutzung eines Tablets.
(c) andreaobzerova - stock.adobe.com

KI-Kompetenz für das gesamte Team

Die Förderung von KI-Kompetenz endet nicht bei den Kindern. Auch unsere pädagogischen Fachkräfte und Leitungskräfte bauen systematisch Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz auf. Sie nutzen hierfür nicht nur die vollständige Version von KI-ENNA, sondern auch KI-ENNA-TRANSFORMER. Dieses Tool ermöglicht einen verständlichen Einblick in den Aufbau moderner Sprachmodelle. 

So können unsere Teams nachvollziehen:

  • wie Trainingsprozesse funktionieren,
  • welche Rolle Trainingsdaten spielen,
  • wie Modelle Entscheidungen treffen,
  • welche Grenzen KI besitzt,
  • und welche Risiken beispielsweise durch ungeprüfte Ergebnisse oder ungeeignete Daten entstehen können.

Dadurch entsteht nicht nur technisches Verständnis, sondern es wird auch ein reflektierter, datenschutzkonformer und verantwortungsvoller Umgang mit KI-Systemen im pädagogischen Alltag gefördert. Pädagogische Fachkräfte sind damit Vorbilder für die Kinder und gestalten den Lernprozess aktiv, unterstützt durch Fortbildungen.

Qualitätssicherung, Kooperation und Ausblick

Als Teil unseres umfassenden Bildungsprojekts wird unser Konzept kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt. Die Erfahrungen der Kinder, unserer pädagogischen Fachkräfte sowie der Leitung werden regelmäßig ausgewertet. Neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis fließen fortlaufend in die Weiterentwicklung der Lernmaterialien und der Software ein. KI-ENNA ist ein frei verfügbares Open-Source-Bildungsprojekt, das in der Bildungscommunity weiterentwickelt wird und von dem auch andere Kitas und Schulen profitieren können.

Wir sind überzeugt, dass wir mit „KI-ENNA-MINI“ einen wichtigen Beitrag leisten, um Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der Künstliche Intelligenz eine zunehmende Rolle spielt. Wir möchten zeigen, dass KI-Bildung bereits im Kindergarten gelingen kann – nicht durch möglichst komplexe Technik, sondern durch verständliche, transparente und altersgerechte Lernangebote. So schaffen wir die Grundlage für einen verantwortungsvollen, reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit Künstlicher Intelligenz – vom Kindergarten bis in die Zukunft.

Unser Projekt vor Ort in Bonn

Das KI-ENNA-MINI Projekt wird zunächst in drei unserer Fröbel-Kindergärten in Bonn umgesetzt: im Fröbel-Kindergarten Am Apfelbaum, im Fröbel-Kindergarten Godeszwerge und im Fröbel-Kindergarten Flügelnuss. 

Diese Einrichtungen sind Teil unseres Engagements, frühkindliche Bildung zukunftsfähig zu gestalten. Als Initiatorin und Kontaktperson steht Ihnen Dr. Pia Maria Engelhardt, Fröbel Geschäftsleiterin der Region Bonn-Erft, gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Die enge Zusammenarbeit mit Prof. Dr. habil. Dennis Klinkhammer, dem Initiator und Entwickler des ehrenamtlichen Open-Source-Bildungsprojektes KI-ENNA, unterstreicht dabei unsere feste Verankerung in der wissenschaftlichen Praxis und die Qualität dieses innovativen Bildungsansatzes.

Das Headerfoto ist im Fröbel-Kindergarten Fröbelchen in Leipzig entstanden. 

© Fröbel e.V./FRANZISKA & TOM WERNER